"Drache Ungestalt"

Vom Drachen Ungestalt und wie man ihn besiegen kann!


            

Tief, tief im tiefsten Tannenwald,
versteckt in einem Felsenspalt,
da wohnt der Drache Ungestalt;
er ist fünftausend Jahre alt
und hat ein feines Ohr.
Ob einer auf den Zehen geht,
er hört es doch und kommt hervor,
bricht wild aus seinem Felsentor
und frisst ihn ganz und gar.
Doch wer ein solches Lied versteht,
dass es ihm recht zu Herzen geht,
dem krümmt er nicht ein Haar.
Den lässt er wie er war,
der darf ihm auf den Rücken steigen,
dem wird er manches Kunststück zeigen,
dem speit er Feuer wunderbar.

Gedicht von Josef Guggenmoos

Auf Wunsch der Schülerinnen und Schüler entwickeln die Kinder eine gemeinsame Inszenierung des Gedichts, in der jeder der Lerngruppe seine Aufgabe und Rolle finden kann. Zum Abschluss wird dieses dann vor Publikum präsentiert werden.

Im Voraus waren jedoch viele Schritte notwendig: Es wurden mutige Sänger gesucht, Höhlen für den Drachen gebaut, Kunststücke ersonnen und das laute und betonte Lesen geübt. Die Kinder entwickelten viel Ehrgeiz und probten immer wieder aufs Neue, bis am Ende vier kreative und individuelle Variationen des Stückes standen.

Als Grundlage und Orientierung dienten die bereits eingeführten theatralen Methoden: Chorisches Sprechen, Standbilder, Bewegung im Gleichklang und Pantomime. Bewegungen zu den Schlüsselwörtern des Textes wurden gesucht. Dabei wurde sichtbar, wie vielfältig die körperlich dargestellten Assoziationen zu Begriffen wie „Herz“, „Feuer“ oder auch „uralt“ sein können.